- Gekochte, ungewürzte Kartoffeln sind für Katzen in kleinen Mengen unbedenklich und können wertvolle Energielieferanten sein.
- Rohe Kartoffeln und die grünen Stellen der Pflanze sind giftig, da sie das gefährliche Solanin enthalten.
- Verarbeitete Kartoffelprodukte wie Chips, gewürzter Brei oder Pommes haben aufgrund von Salz, Fett und Zusatzstoffen nichts im Futternapf verloren.
Dürfen Katzen Kartoffeln essen, wenn sie gekocht sind?
Ja, Katzen dürfen Kartoffeln essen, solange diese vollständig durchgegart und absolut ungewürzt sind. Die Hitze beim Kochen bricht die für die Katze schwer verdauliche Stärke auf und macht die Knolle so verwertbar für den Organismus deines Vierbeiners.
Wenn ich sonntags in der Küche stehe und das Mittagessen vorbereite, ist meine Sky meistens nicht weit. Sie ist die absolute Genießerin von meinen beiden und sobald der dampfende Topf auf dem Herd steht, streicht sie mir erwartungsvoll um die Beine. Manchmal fällt dabei ein kleines Stückchen gekochte Kartoffel für sie ab, bevor ich Salz oder Butter hinzufüge. Sie liebt die weiche Konsistenz und den milden Geschmack. Kiwi hingegen schaut mich dabei oft nur verständnislos an – für ihn muss es Fleisch sein, alles andere wird skeptisch beäugt. Aber genau das zeigt, wie unterschiedlich die Vorlieben unserer Fellnasen sein können. Wichtig ist hierbei immer die Menge: Die Kartoffel ist kein Hauptnahrungsmittel, sondern höchstens eine kleine Beilage oder ein Leckerli zwischendurch.
Aus ernährungsphysiologischer Sicht sind Katzen obligate Karnivoren, also reine Fleischfresser. Ihr gesamter Verdauungstrakt ist darauf ausgelegt, Proteine und Fette aus tierischen Quellen zu verarbeiten. Dennoch besitzen Katzen in geringem Maße Enzyme, um Kohlenhydrate aufzuspalten, sofern diese „aufgeschlossen“ sind – und genau das passiert beim Kochen der Kartoffel. Die rohe Stärke quillt auf und verkleistert, was sie verdaulich macht. Kartoffeln liefern neben Kohlenhydraten auch Kalium und einige B-Vitamine. Dennoch sollte der Anteil an pflanzlichen Bestandteilen in der Katzennahrung gering bleiben, da ein Überschuss an Kohlenhydraten bei Katzen langfristig zu Übergewicht oder Diabetes führen kann.
Wenn du deiner Katze also etwas Gutes tun willst oder einfach Reste verwerten möchtest, kannst du eine kleine Menge der gekochten Knolle unter das gewohnte Nassfutter mischen. Achte peinlich genau darauf, dass das Kochwasser nicht gesalzen war. Zerdrücke die Kartoffel am besten mit einer Gabel zu einem feinen Brei, damit sich deine Katze nicht verschluckt und die Akzeptanz höher ist. Für eine durchschnittliche Katze von vier Kilogramm reicht etwa ein Teelöffel vollkommen aus. Beobachte danach immer, wie dein Liebling reagiert. Manche Katzen bekommen von stärkehaltigem Futter Blähungen; in diesem Fall solltest du das Experiment nicht wiederholen.
Warum rohe Kartoffeln und Schalen giftig für Katzen sind
Rohe Kartoffeln sind für Katzen absolut tabu und können zu ernsthaften Vergiftungen führen. Der Grund hierfür ist das Solanin, ein natürliches Gift, das die Kartoffelpflanze zur Abwehr von Schädlingen bildet.
Ich muss bei diesem Thema immer an Kiwi denken. Er ist der geborene Abenteurer und steckt seine Nase in alles, was nicht niet- und nagelfest ist. Einmal habe ich den Biomüll-Eimer kurz offen stehen lassen, während ich Kartoffeln schälte. Kiwi sah die herabfallenden Schalen als perfektes Spielzeug an und begann, darauf herumzukauen. Ich habe ihm die Schale sofort weggenommen, denn gerade in der Schale und direkt darunter sitzt das meiste Solanin. Auch die „Augen“ der Kartoffel und alle grünen Stellen sind hochkonzentrierte Solanin-Träger. Solanin ist eine chemische Verbindung, die zu den Glykoalkaloiden gehört. Sie ist hitzestabil, wird also durch Kochen nicht vollständig zerstört, geht aber ins Kochwasser über – weshalb man das Kartoffelwasser niemals zum Anrühren von Futter verwenden sollte.
Die Gefahr bei rohen Kartoffeln ist nicht zu unterschätzen. Solanin wirkt bei Katzen neurotoxisch und reizt die Schleimhäute des Verdauungstraktes extrem stark. Da Katzen viel weniger Körpermasse haben als wir Menschen, reichen schon kleine Mengen, um Symptome hervorzurufen. Typische Anzeichen einer Solaninvergiftung sind Übelkeit, heftiges Erbrechen, Durchfall und starkes Speicheln. In schweren Fällen kann es zu Desorientierung, Lähmungserscheinungen und Herzrhythmusstörungen kommen. Besonders gefährlich sind, wie erwähnt, die grünen Teile der Pflanze selbst sowie keimende Kartoffeln. Solltest du Pflanzenkartoffeln im Keller lagern oder Kartoffeln im Garten anbauen, musst du sicherstellen, dass deine Katzen keinen Zugang dazu haben.
Sollte es doch einmal passieren, dass deine Katze – so wie mein Kiwi es fast getan hätte – an einer rohen Kartoffel oder den Schalen frisst, ist schnelles Handeln gefragt. Warte nicht ab, ob Symptome auftreten. Entferne alle Reste aus dem Maul der Katze und kontaktiere sofort deinen Tierarzt. Er kann entscheiden, ob Erbrechen herbeigeführt werden muss oder ob die Gabe von Aktivkohle sinnvoll ist, um das Gift im Magen zu binden. Als vorbeugende Maßnahme lagere ich meine Kartoffeln mittlerweile immer in einem dunklen, fest verschlossenen Vorratsschrank, den selbst Kiwis geschickte Pfoten nicht öffnen können. Sicher ist sicher.
Vorsicht bei Kartoffelbrei, Chips und Bratkartoffeln
Verarbeitete Kartoffelprodukte, die für den menschlichen Verzehr gedacht sind, haben im Katzennapf nichts zu suchen. Auch wenn die Basis – die gekochte Kartoffel – theoretisch essbar wäre, machen die Zusätze diese Gerichte für Katzen unverträglich bis gesundheitsschädlich.
Sky ist eine kleine „Milch-Diebin“. Wenn ich Kartoffelbrei mache, verwende ich natürlich Butter, Milch und Muskatnuss. Der Geruch von Butter und warmer Milch zieht Sky magisch an. Sie setzt dann ihren unwiderstehlichen Blick auf, aber hier muss ich hart bleiben. Fertiger Kartoffelbrei oder auch selbstgemachter Stampf für Menschen enthält fast immer Laktose (durch die Milch), die viele erwachsene Katzen nicht vertragen und mit Durchfall quittieren. Noch schlimmer sind Gewürze wie Muskatnuss, die für Katzen in größeren Mengen toxisch wirken können. Auch Zwiebeln oder Zwiebelpulver, oft Bestandteil von Fertiggerichten oder Bratkartoffeln, sind hochgiftig für Katzen, da sie die roten Blutkörperchen zerstören und zu Blutarmut führen.
Ein weiteres großes Problem ist der Salzgehalt. Chips, Pommes frites oder gesalzene Pellkartoffeln enthalten Mengen an Natriumchlorid, die für die kleinen Nieren einer Katze eine enorme Belastung darstellen. Eine dauerhafte Überversorgung mit Salz kann Niereninsuffizienz begünstigen oder den Blutdruck in ungesunde Höhen treiben. Dazu kommt das Fett: Pommes und Chips sind extrem fettig. Ein einzelner Chip mag für uns harmlos wirken, für eine Katze ist das eine Kalorienbombe, die bei empfindlichen Tieren zu einer akuten Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung) führen kann. Diese ist äußerst schmerzhaft und lebensbedrohlich.
Wenn du also Kartoffelbrei mit deiner Katze teilen möchtest, dann zweige vor dem Würzen und vor der Zugabe von Milch und Butter eine kleine Portion ab. Zerdrücke die reine Kartoffel mit etwas Wasser oder einer laktosefreien Katzenmilch, wenn du ihr eine besondere Freude machen willst. Alles, was auf deinem Teller landet, gewürzt, gebraten oder frittiert ist, bleibt strikt „Menschenfutter“. Es ist nicht immer leicht, dem Betteln zu widerstehen, besonders wenn Sky so süß guckt, aber ihre langfristige Gesundheit ist mir wichtiger als der kurze Genuss eines salzigen Pommes-Stücks.
Sind Süßkartoffeln eine bessere Alternative im Napf?
Süßkartoffeln sind tatsächlich eine hervorragende und oft sogar bessere Alternative zur klassischen Kartoffel, da sie botanisch zu den Windengewächsen gehören und somit kein Solanin enthalten. Sie werden mittlerweile in vielen hochwertigen Futtersorten als Kohlenhydratquelle eingesetzt.
Da Kiwi vor einiger Zeit mal ein Futter nicht gut vertragen hat, habe ich mich intensiv mit Inhaltsstoffen auseinandergesetzt. Dabei fiel mir auf, dass viele „Grain Free“ (getreidefreie) Futtersorten auf Süßkartoffel setzen. Ich habe es dann selbst ausprobiert und eine Süßkartoffel gedünstet. Kiwi war skeptisch, aber Sky fand den leicht süßlichen Geschmack toll. Der Vorteil der Süßkartoffel liegt in ihrer Nährstoffdichte. Sie ist reich an Ballaststoffen, die die Verdauung regulieren können, und liefert wichtige Antioxidantien sowie Beta-Carotin. Da sie kein Solanin bildet, besteht auch im rohen Zustand keine akute Vergiftungsgefahr wie bei der Nachtschattengewächs-Verwandtschaft, dennoch sollte auch die Süßkartoffel für Katzen immer gegart serviert werden, um die Verdaulichkeit zu gewährleisten.
Ein wichtiger Aspekt ist jedoch der Zuckergehalt. Wie der Name schon sagt, enthalten Süßkartoffeln mehr Zucker als normale Kartoffeln. Zwar handelt es sich um komplexe Kohlenhydrate, die den Blutzuckerspiegel langsamer ansteigen lassen, dennoch sollten übergewichtige Katzen oder Diabetiker-Katzen Süßkartoffeln nur in sehr begrenztem Maße erhalten. Die hohe Menge an Ballaststoffen ist Segen und Fluch zugleich: In der richtigen Dosierung hilft sie gegen Verstopfung und sorgt für eine gesunde Darmflora. Zu viel davon kann jedoch zu voluminösem Kotabsatz und Blähungen führen.
Wenn du Süßkartoffel füttern möchtest, gilt das gleiche Prinzip wie bei der normalen Kartoffel: Kochen oder Dämpfen ist Pflicht. Schneide sie in kleine Würfel und gare sie, bis sie ganz weich sind. Du kannst sie wunderbar als Basis für selbstgebackene Katzenkekse verwenden – es gibt tolle Rezepte mit Thunfisch und Süßkartoffel, die bei meinen beiden Fellnasen der absolute Renner sind. Als gelegentliche Beilage im Nassfutter sorgt sie für Abwechslung und liefert wertvolle Vitamine, ohne den Körper mit schwer verdaulichem Getreide zu belasten.
Kartoffeln als Schonkost bei Magenproblemen
Gekochte Kartoffeln eignen sich hervorragend als Bestandteil von Schonkost, wenn deine Katze unter akutem Durchfall oder Erbrechen leidet. Sie sind leicht verdaulich und liefern schnell verfügbare Energie, die der geschwächte Körper dringend benötigt.
Ich erinnere mich noch gut an das letzte Jahr, als beide Katzen einen Magen-Darm-Infekt hatten. Kiwi hing wirklich in den Seilen, wollte nicht spielen und hat sein normales Futter komplett verweigert. Der Tierarzt riet mir damals zu Schonkost. Klassischerweise denkt man da an Reis mit Hühnchen. Das Problem war nur: Kiwi hasst Reis. Er sortiert jedes einzelne Korn feinsäuberlich aus. Also habe ich auf Kartoffeln zurückgegriffen. Die weich gekochte, matschige Kartoffel hat die Magensäure etwas gebunden und wurde anstandslos mitgefressen, da sie sich wunderbar mit dem gekochten Hühnchenfleisch vermengt hat.
Die Kartoffel wirkt in diesem Fall ähnlich wie die bekannte „Morosche Karottensuppe“. Durch das lange Kochen entstehen Oligosaccharide, die den Darm beruhigen können. Zudem ist die Kartoffel glutenfrei und hypoallergen, was sie zu einer sicheren Wahl für allergische Katzen macht, die auf Getreide wie Weizen reagieren. Im Vergleich zu Reis entwässert die Kartoffel den Körper auch nicht, was bei Durchfallerkrankungen, wo der Flüssigkeitsverlust ohnehin ein Problem ist, ein kleiner Vorteil sein kann.
Um eine wirksame Schonkost zuzubereiten, nimmst du eine mehlige Kartoffelsorte, schälst sie und kochst sie in ungesalzenem Wasser sehr weich. Parallel kochst du mageres Hühnerbrustfilet. Püriere beides zusammen mit etwas von dem Kochwasser (vom Huhn, nicht von der Kartoffel!) zu einem sämigen Brei. Das Verhältnis sollte etwa 80% Fleisch zu 20% Kartoffel sein. Füttere diese Mischung in vielen kleinen Portionen über den Tag verteilt. Sobald sich der Kotabsatz normalisiert, kannst du langsam wieder das gewohnte Futter untermischen. Sollte der Durchfall jedoch länger als 24 Stunden anhalten oder Blut im Stuhl sein, experimentiere nicht weiter mit Schonkost, sondern gehe erneut zum Tierarzt.
Ich wünsche dir und deinen flauschigen Lieblingen alles Gute und immer einen gesunden Appetit!
Hinweis: Ich bin keine Tierärztin. Dieser Artikel basiert auf meinen eigenen Erfahrungen mit Kiwi und Sky sowie sorgfältiger Recherche. Er ersetzt niemals den Gang zum Experten. Wenn du unsicher bist oder deine Katze krank wirkt, konsultiere bitte immer einen Tierarzt.
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Hi, ich bin Lisa! 🐾
Seit Jahren teile ich mein Sofa (und mein Bett) mit meinen beiden Tigern Kiwi und Sky. Ich bin zwar keine Tierärztin, aber absolute Expertin im Kraulen, Spielen und im täglichen Wahnsinn mit Fellnasen. Hier teile ich unsere Erfahrungen und ehrliche Tipps für ein glückliches Katzenleben.
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